So funktioniert TinkerSchool für den Prusa Mini 3D Drucker in der Schule

Bei unseren TinkerSchool Komplettpaketen für den Einsatz in der Schule setzen wir auf Prusa Mini 3D-Drucker. Die Geräte zeichnen sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und viele automatische Unterstützungsfunktionen aus.

Sie haben bereits einen 3D-Drucker von Prusa in Ihrer Schule zur Verfügung? Das ist toll, denn so können Sie die Modelle, die Sie oder Ihre Schülerinnen und Schüler in TinkerSchool erstellt haben, auch in 3D ausdrucken. Sie haben noch keine TinkerSchool-Lizenz? Starten Sie jetzt den kostenfreien 60 Tage Test. In der nachfolgenden Anleitung erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie 3D-Dateien aus TinkerSchool mit einemPrusa Mini 3D-Drucker in der Schule drucken können.

1. Überprüfung der 3D-Modelle

Bevor Sie mit dem Export der 3D-Dateien Starten, ist es ratsam, die Modelle noch einmal final zu kontrollieren. Es sollte vor allem darauf geachtet werden, dass bei Modellen mit beweglichen Achsen (z.B. Fahrzeuge/Tiere) keine Teile durch die Achse geschoben sind, da diese sonst blockiert sind und die Räder sich dann nicht drehen lassen. Hierfür können Sie die Inspektor-Funktion im Digitalen Baukasten nutzen.

So funktioniert TinkerSchool für Prusa 3D Drucker in der Schule - Schritt 1 - Nutzen Sie die Inspektor-Funktion zur Überprüfung der 3D-Modelle im Digitalen Baukasten

2. Export für den Prusa Mini 3D Drucker in TinkerSchool

Melden Sie sich mit einem Lehrerkonto oder als Administrator in TinkerSchool an. Anschließend können Sie 3D-Modelle in der Kursverwaltung herunterladen. Nach Klick auf „Details“ des jeweiligen Kurses erscheinen alle 3D-Modelle, die innerhalb des Kurses erstellt wurden. Klicken Sie auf den grünen Button rechts neben dem 3D-Modell, um die Seite für den 3D-Druck-Export zu öffnen.

So funktioniert TinkerSchool für Prusa 3D Drucker in der Schule - Schritt 2 - In der Kursverwaltung wählen Sie im jeweiligen Kurs das grüne Icon für den 3D-Druck Export

Dort beginnt der Druckdateien-Export nach Klick auf den Button „Export starten“. Beim Export wird eine .ZIP-Datei erstellt. Die Erstellung der .ZIP-Datei kann einen Moment dauern, der Download startet danach automatisch. Sie finden die .ZIP-Datei in Ihrem Download-Ordner. In der .ZIP-Datei sind .STL-Dateien enthalten. Extrahieren Sie die alle .STL-Dateien in einen Ordner Ihrer Wahl. Dieser Dateityp kann in die meisten Slicer-Programme importiert und dargestellt werden.

So funktioniert TinkerSchool für Prusa 3D Drucker in der Schule - Schritt 3 - Beim 3D-Druck Export erhalten Sie eine .ZIP-Datei mit darin enthaltenen .STL-Dateien

3. Import der Druckdateien in den Prusa Slicer

3D Drucker können mit den 3D-Modellen in den Formaten .STL noch nichts anfangen, da in ihnen zwar die geometrische Form gespeichert ist, aber nicht, wie der 3D-Drucker mit dieser Form umgehen soll. Der Drucker braucht Anweisungen wie „Drucke das Modell in der Schicht Nummer 5 mit 2400 mm/min.“ Die Anweisungen befinden sich im G-Code, der somit die Sprache des 3D Druckers darstellt.

Der Slicer übersetzt das 3D-Modell in den G-Code, das heißt, er zerlegt das Modell in horizontale Schichten und fügt zudem noch maschinenrelevante Daten ein. Diese werden exakt für den verwendeten 3D-Drucker definiert, z.B. ist die Größe des Bauraumes hinterlegt. Das bedeutet auch, dass der G-Code, den man für einen Ultimaker erstellt, bei einem anderen Druckermodell nicht funktionieren würde.

Wir empfehlen für den Prusa Mini den PrusaSlicer. Das Programm kann auf der Webseite des Herstellers kostenlos heruntergeladen werden. Öffnen Sie den Slicer nach erfolgreicher Installation.

Anschließend sehen Sie die Arbeitsfläche vor sich, die dem Druckbett Ihres Prusas entspricht. Öffnen Sie parallel den Ordner mit den .STL-Dateien. Eine Datei entspricht einem Teil. Dazu noch eine Anmerkung: Für Anfänger empfiehlt es sich, nicht mehr als 5 Teile gleichzeitig auf einer Platte zu drucken, da so das Risiko eines Fehldruckes klein gehalten wird.

Alle Teile, die Sie auf einmal in einem Drucker drucken, haben am Ende auch die gleiche Farbe, da der Drucker nur in einer Farbe drucken kann. Die ursprüngliche Farbe jeden Teiles steht als erstes im Dateinamen. Sie können aber Teile, die blau exportiert wurden, natürlich auch in grün drucken. Ändern Sie einfach den Dateinamen entsprechend, um Verwirrung vorzubeugen.

Wählen Sie also alle Teile, die in einer Farbe gedruckt werden sollen, aus und ziehen Sie sie mit gedrückter Maustaste in den Prusa Slicer auf die Arbeitsfläche.

Schließen Sie Ihren Dateibrowser. Sie sollten nun alle ausgewählten Teile auf Ihrer Arbeitsfläche liegen sehen. Um die Ansicht zu verschieben, halten Sie die linke Maustaste gedrückt und verschieben Sie die Ansicht. Mit dem Mausrad können Sie zoomen.

4. Voreinstellungen

Konfigurieren Sie als nächstes die grundliegenden Einstellungen für den Druck (analog zum folgenden Bild). Sie finden die Grundeinstellungen am Rand rechts oben.

In der obersten Zeile unter „Druckeinstellungen“ legen Sie die Schichthöhe der einzelnen Druckschichten fest. Wir empfehlen die Einstellung „0,20mm QUALITY“, das heißt, eine Schicht wird 0,2 mm dick gedruckt. Wenn es einmal schneller gehen soll und der Druck nicht sehr detailliert sein muss, wählen Sie die Einstellung „0,25mm DRAFT“.

Wenn Sie das von uns mitgelieferte Filament für den Druck verwenden, wählen Sie unter „Filament“ das Material „ColorFabb PLA-PHA“.

Unter „Drucker“ muss der „Original Prusa MINI“ ausgewählt sein.

Die anderen Einstellungen werden später vorgenommen.

5. Ausrichten der Druckdateien

Im nächsten Schritt werden die einzelnen Teile so auf der Arbeitsfläche bzw. dem Druckbett angeordnet, wie sie später gedruckt werden sollen.

Wenn mehrere Teile auf einmal auf die Arbeitsfläche gezogen werden, werden sie alle in der Mitte der Arbeitsfläche platziert und sind somit ineinandergeschoben. Um die Teile zu vereinzeln, klicken Sie erst auf die Teile, so dass sie grün markiert sind und dann in der Menüleiste oben auf „Anordnen“.

Grundsätzlich sollten alle Teile auf ihrer größten glatten Fläche liegen, um unnötiges Stützmaterial zu vermeiden. Die automatische Ausrichtung, die eben verwendet wurde, berücksichtigt das nicht immer. Diese Objekte müssen dann manuell korrekt auf der Arbeitsfläche platziert werden.

Klicken Sie dazu auf das Teil, welches Sie rotieren möchten und wählen Sie die Seite aus, mit der sie auf der Arbeitsfläche aufliegen soll. Klicken Sie nun links „Auf Fläche legen“ an.

Wiederholen Sie den Vorgang für alle Teile, die nicht optimal angeordnet wurden.

Durch das erneute Rotieren einzelner Teile kann es vorkommen, dass sich manche Teile nun wieder überschneiden.
Verändern Sie zur Überprüfung die Ansicht am Besten so, dass Sie die Arbeitsfläche von unten sehen. So lassen sich mögliche Überschneidungen am Besten erkennen. Sollte es erneut Überschneidungen geben, klicken Sie in der oberen Menüleiste ein weiteres Mal auf „Anordnen“.

Einzelteile, die nur eine sehr kleine Auflagefläche haben, haften meist nicht ausreichend auf dem Druckbett und lösen sich gegebenenfalls während des Drucks (betreffende Stellen sind im Bild unten blau markiert).

Es empfiehlt es sich daher, die betreffenden Teile auf einen 0,2 mm flachen Quader zu ziehen, um so eine große Unterlagefläche zu haben. Dieser wird nach dem Druck ebenfalls wieder entfernt.

Sie finden die STL-Datei des Quaders auf dem mitgelieferten USB-Stick unter dem Namen „Unterlage-Quader“. Alternativ können Sie die Datei auch hier direkt herunterladen.

Ziehen Sie die Datei mit auf die Arbeitsfläche. Die STL-Datei kann auch bei anderen Drucken immer wieder für diesen Zweck verwendet werden.

Platzieren Sie den Quader mittig unter die zu vergrößernden Auflagefläche. Klicken Sie dann links auf „Skalieren“. Ziehen Sie den Quader an den erschienenen Anfassern auf eine passende Größe.

6. Stützmaterial erstellen

Stützmaterial dient zur Stabilisierung des 3D-Bauteils und ermöglicht den Druck von Überhängen. Das Stützmaterial wird nach dem Druck wieder entfernt.

Wählen Sie dazu auf die Menüleiste rechts bei „Stützen“ die Option „Überall“ aus. Es erscheint ein Dialogfenster, das danach fragt, ob Umfangbrücken automatisch erkannt werden sollen. Wählen Sie „ja“ aus.

Das Stützmaterial wird nun automatisch an den betreffenden Stellen hinzugefügt. Es wird allerdings erst im nächsten Schritt (beim Slicen) auch angezeigt.

7. Druckdateien slicen

Nun geht es an das Slicen. Das heißt, das Programm erstellt ausgehend vom 3D-Modell die spezifischen Anweisungen für den 3D-Drucker.

Klicken Sie rechts unten auf „Jetzt slicen“.

Nun erscheint die Druckvorschau aller Druckschichten und dem gegebenenfalls automatisch erstellten Stützmaterial (grün).

Rechts unten sehen Sie nun unter „Slice Info“ verschiedene Daten zum Druck, z.B. Filamentbedarf und erwartete Druckzeit.

Kontrollieren Sie ihre Druckdateien noch einmal final und klicken Sie dann rechts unten auf „Export G-Code“.

Speichern Sie die Druckdatei bzw. den G-Code auf einem Datenträger, zum Beispiel dem mitgelieferten USB-Stick.

8. Druckvorgang am Prusa Mini 3D Drucker in der Schule starten

Werfen Sie den Wechseldatenträger aus und stecken Sie ihn in den USB-Steckplatz Ihres Prusa Minis.

Durch Drehen und Drücken an dem Einstellrad unter dem Display des Prusas können Sie sich durch das Menü navigieren. Wählen Sie nun die zu druckende Datei aus.

Wichtig: Überprüfen Sie das Druckbett vor dem Druckstart auf Fingerabdrücke bzw. Fettflecken. Wischen Sie das Druckbett gegebenenfalls mit Alkohol ab, da das PLA sonst nicht richtig am Druckbett haftet und sich währen des Druckvorganges lösen kann.

Drehen Sie nun an dem Rad, bis „Druck“ farbig hinterlegt ist und drücken Sie zur Bestätigung auf das Drehrad. Der Druck sollte nach kurzer Wartezeit starten.

Fassen Sie während des Druckvorganges nicht an die Düse des 3D-Druckers, da diese je nach Einstellung bis zu 250 °C heiß werden kann. Auch Berührungen mit dem Druckbett sollten vermieden werden, dieses heizt sich je nach Einstellung auf bis zu 60 °C auf.

Nach Beendigung des Druckvorgangs: Lassen Sie die Druckplatte abkühlen. Danach können Sie das Druckbett mit dem Druck abnehmen. Das Druckbett ist magnetisch mit der Unterlage verbunden und lässt sich einfach abziehen. Biegen Sie das Druckbett vorsichtig, so löst sich der Druck von selbst.

Entfernen Sie scharfe Kanten und Stützmaterial mit einem geeigneten Werkzeug, z.B. einem Skalpell. Tragen Sie Handschuhe, da man schnell abrutschen kann.

Sie haben noch weitere Fragen zum Einsatz von TinkerSchool und einem Prusa Mini 3D Drucker in Ihrer Schule oder möchten sich für eine Testversion anmelden? Unser Team freut sich auf Ihre Anfrage.


Der Digitale Baukasten ist auch als App für Tablets zum Download verfügbar!

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